Was zieht das Brautpaar auf dem Standesamt an?

Bei dem Wort Hochzeit entstehen im Kopf sofort Bilder von üppig mit Blumen geschmückten Kirchen und rauschenden weißen Kleidern, doch schon lange findet nicht mehr jede Trauung in einem Gotteshaus statt. Erstaunlich ist es daher, dass einschlägige Magazine und Benimmbücher so wenig Rat für die Brautmode für das Standesamt bereithalten.

Strenge Regeln wie etwa das „keine freien Schultern oder Knie zeigen“ in katholischen Kirchen gibt es in den Standesämtern in Deutschland nicht, obwohl es nicht schaden kann, bei einem eventuellen Vorgespräch nach Vorgaben des jeweiligen Amtes zu fragen. Die perfekte Kleidung richtet sich vielmehr nach der Tageszeit und dem Rahmen der Trauung. Für die große Feier am Nachmittag darf es gerne etwas festlicher sein als bei der schnellen Amtshandlung am Morgen, der das eigentliche Hauptereignis in der Kirche später noch folgt.

Wer angemessene Kleidung für das Standesamt sucht, dem stellt sich also zuerst die entscheidende Frage, bleibt es bei der standesamtlichen Trauung oder soll am selben Tag, in ein paar Wochen oder sogar Monaten noch eine kirchliche Trauung folgen? Denn auch das festliche weiße Brautkleid mit Schleier und Schleppe kommt durchaus als Brautmode für das Standesamt infrage. Keine Braut muss auf ihr Traumkleid verzichten, nur weil es zur Eheschließung nicht in die Kirche geht. Dies gilt auch dann, wenn es nicht mehr die erste Ehe für einen oder beide Partner ist. Die wichtigste Regel beim Hochzeitskleid ist: Schmeißen sie alle wohlmeinenden Vorschriften über Bord und tragen sie etwas, worin sie sich wohl fühlen und in dem sie ihren Hochzeitstag so richtig genießen können. Sie bekommen hoffentlich keine weitere Gelegenheit.

Folgt die große Hochzeitsfeier später oder die Braut hat gar keinen Traum vom weißen Kleid, so gibt es zahlreiche weitere schöne Möglichkeiten für angemessene Kleidung für das Standesamt. Eine gute Wahl, insbesondere wenn die Entscheidung auch aus Kosten oder Zeitgründen auf eine standesamtliche Trauung gefallen ist, ist immer das Lieblingskleid aus dem eigenen Kleiderschrank. Darin fühlt man sich mit Sicherheit gut angezogen und attraktiv und vielleicht hat es schon den ein oder anderen Meilenstein dieser Liebesbeziehung miterlebt.

Will man sich ein neues Outfit für den besonderen Anlass gönnen, so kann dies ein elegantes Abend- oder auch leichtes Sommerkleid sein, ein apartes Kostüm oder gar ein Damenanzug. Wählt man etwas in der Farbe Weiß, so kann dies ein zwinkerndes Zugeständnis an die Tradition sein.

Ein Brautstrauß ist übrigens ebenso wenig wie das weiße Brautkleid an die kirchliche Hochzeit gebunden und kann auch im Standesamt und zu jedem Outfit getragen werden.

Für den Bräutigam gilt im Groben das Gleiche wie für seine Braut. Vom Galaaufzug bis hin zu leger aber fein zum Beispiel in Hemd und Weste ist alles erlaubt. Am besten achtet man jedoch auf eine gewisse Koordination bei der Brautmode für das Standesamt, so dass nicht ein Teil des Paares in der ganz großen Robe und der andere in Jeans auf dem Standesamt erscheinen.