Trends beim Junggesellenabschied

Trends beim Junggesellenabschied

Bräutigam
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Bis vor kurzem wurden Junggesellenabsschiede noch mit Bier und Stripperinnen gefeiert – heutzutage springt man lieber von einer Brücke oder lässt sich beim Paint Ball abschießen. Ausgefallene Aktivitäten ersetzen immer häufiger den altbackenen Junggesellenabschied, und das ist auch gut so!

Den Abschied vom Junggesellendasein zu etwas ganz Besonderem machen, dabei möglichst viel Spaß haben und etwas aufregendes Erleben. Das wollen heutzutage immer mehr Männer und Frauen und feiern ihn deswegen nicht mehr auf traditionelle Art, mit Bier, Bauchladen oder einem Stripclubbesuch. Stattdessen begehen sie ihn mit ausgefallenen Aktionen, machen zum Beispiel mit Freunden Paintball-Spiele oder andere, Adrenalin-fördernde Actionsportarten.

Laut einer aktuellen Zeitungsstudie spielen sie lieber gemeinsam im Casino (21 Prozent), gehen auf ein Konzert (16 Prozent) oder besuchen ein Autorennen (21 Prozent).

 

„Die Gesellschaft hat sich verändert“

„Klar gibt es auch noch Leute, die bei ihrem Junggesellenabschied mit einem Bauchladen über die Reeperbahn rennen, um Kondome zu verkaufen, aber der Trend geht ganz eindeutig zu anderen, außergewöhnlicheren Unternehmungen.“, sagt Nico Steiner, der mit seiner Hamburger Firma viele außergewöhnliche Unternehmungen und auch Junggesellenabschiede organisiert. „Viele Kunden wünschen sich ein echtes Event mit ausgefallenen Aktivitäten“, sagt er. Dabei gilt: Je außergewöhnlicher und aufwändiger das Event, desto besser. Je ausgefallener die Aktivitäten, desto begeisterter sind die Menschen.

Mittlerweile gibt es ganz verschiedene Aktivitäten, die für Junggesellenabschiede gewünscht werden. Paintball spielen, Autos zertrümmern, Speedboot fahren, Quad biken, Klettern, Houserunning, mit Luftpistolen schießen oder ein Stuntman-Workshop oder ein Überlebenstraining sind noch lange nicht die außergewöhnlichsten Tätigkeiten.
„Solche Sachen kommen gerade gut an“, sagt Steiner, „und die lassen sich die Leute auch durchaus einiges kosten.“ Genaue Zahlen dazu gibt es natürlich nicht, aber allgemein steht fest, dass tatsächlich immer mehr Geld in den Junggesellenabschied investiert wird: Während es 2008 noch etwa 130 Euro waren, sind es mittlerweile durchschnittlich etwa 225 Euro pro Person – und das unabhängig von Einkommen und Gesellschaftsschicht der Feiernden. „Der soziale Stand ist dabei ganz egal“, sagt Steiner, „denn immer mehr Menschen sind bereit, für diesen Anlass deutlich mehr Geld auszugeben.“

Gründe für Veränderungen beim Junggesellenabschied

Doch woran liegt es eigentlich, dass Junggesellenabschiede eine so rasche Veränderung erfahren haben? Kulturantrophologe Sebastian Topp ist der Meinung, dass Junggesellenabschiede heute ganz anders als früher seien, „“weil auch wir ganz anders sind als früher. Die Gesellschaft hat sich verändert – und das wirkt sich nun eben auch auf solche gesellschaftlichen Veranstaltungen wie den Junggesellenabschied aus.“

Insbesondere die Globalisierung hat zu diesem Trend beigetragen. Einerseits kommen Trends aus den USA nun schneller zu uns, andererseits herrscht, ebenfalls durch die Globalisierung, ein viel stärkerer Wettbewerb im eigenen Land. Der hat sich auch auf das Privatleben übertragen, was man besonders stark bei Junggesellenabschiedsfeiern bemerkt. „Jeder will der Beste sein, alle anderen übertreffen“, sagt Topp. Aus diesem Grund brauche man zu so einem besonderen Anlass ein Event, dass alles bisherige um Längen übertrifft.