Das Gewebe Spitze

Brautmoden
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Unter dem Begriff Spitze werden sowohl textile Gebilde mit filigranen Mustern, als auch Spitzenbänder und Borten zusammengefasst.Typisch für alle Spitzenarten ist das verwendete Material und die Erscheinungsform: Spitze wird ausschließlich aus Garn oder Garn auf Stoff hergestellt, und zwar so, dass sich neben den Fäden verschieden große Löcher bilden, die ein Gesamtmuster ergeben.

Das Gewebe Spitze
Im 15. Jahrhundert wurden in Norditalien die ersten Spitzen produziert und gewannen stetig an Beliebtheit, waren aber aufgrund der hohen Herstellungskosten nur für den Adel und Klerus erschwinglich. Durch die Möglichkeit, Spitze auch maschinell herstellen zu können, wurde das Gewebe ab dem 20. Jahrhundert auch für die breite Bevölkerung bezahlbar und setzte sich als dekoratives Element in der Textilindustrie durch.
spitzenkleid Neben der Verwendung als Heimtextilien werden Spitzenstoffe in der Kleidungsbranche vornehmlich für Nachtwäsche, edle Dessous, Trachten und Brautmode verwendet.
Meist werden Spitzen als Dekoration am Saum des Kleidungsstückes angebracht, aber auch als halbtransparenter Einsatz, als sogenannte „entre-deux-Spitzen“ zwischen zwei anderen Stoffstücken platziert.
Neben handgearbeiteten Spitzenvariationen, wie der Häkelspitze, Tüllspitze, Klöppelspitze und Weißstickerei sind heute die maschinell gefertigten Spitzenarten wie Luftspitze, Applikationsspitze und die maschinengeklöppelte Spitze im Handel zu finden.

Spitze als Material für das Brautkleid
Spitze ist ein typisches Dekorationselement für verspielte und märchenhafte Brautmode.
Es findet sich meist in den Farben creme und weiß, seltener in einer bunten Ausführung oder in schwarz.
Als kleine Verzierung am Rande des Brautkleides angebracht, entfaltet es allein durch seine zarte Optik eine große Wirkung. Doch ein flächendeckendes Anbringen von Spitzenstoff ist möglich: Dazu wird die Spitze in die beliebige Form geschnitten und auf das Obermaterial, meist Taft oder ein anderer fester, glatter Stoff, genäht. Dadurch hebt sich das feine, meist florale Muster der Spitze zart von dem Oberstoff ab. Weitere Verzierungen mit Perlen, Schmucksteinen oder Gimpe, also farbigem Texturstreifen, können das Spitzenmuster noch mehr hervorheben. Auch die Verwendung von Spitze, die einen anderen Farbton als das Brautkleid hat, rückt das Material noch mehr in den Mittelpunkt.
Für Brautmoden finden vornehmlich Brüsselerspitze, Venedigspitze und Spitzen aus Russland Verwendung.
Die Venedigspitze kommt aus Italien und ist sehr dicht und plastisch. Die Blumenornamente werden gerne auf Baumwoll- und Leinenkleidern angebracht.
Die russischen Volksmotive, die kunstfertig von Hand hergestellt werden, machen die Spitzen aus Russland zu einer beliebten und originellen Dekoration.
Die belgische Brüsselerspitze ist sehr fein, nahezu transparent und sehr aufwendig in der Verarbeitung. Daher ist Brüsselerspitze ein wirklich exklusives Material, das nur auf besonderen Kleidern zu finden ist.