Erfahrungsbereicht: Mein Traumkleid

Schon bevor ich überhaupt einen Heiratsantrag bekommen habe, hatte ich ein ganz genaues Bild meines Traumkleids im Kopf.Es sollte im Meerjungfrauen-Stil sein, das heißt um Brust, Taille und Hüfte eng anliegen und ab oberhalb des Knies nach unten hin auslaufen. Außerdem schwebten mir etwas Spitze und eine Knopfleiste im Rücken vor. Das Ganze wollte ich natürlich möglichst günstig ergattern.

 

Kurz nachdem ich den Antrag bekommen hatte, hielt ich im Internet schon mal nach geeigneten Modellen Ausschau. Ich fand einen Anbieter aus China, der Modelle anbot, die meinem Traum vom perfekten Kleid schon sehr nahe kamen und sie maßgeschneidert anliefern würde. Sollte ich nun für mein Brautkleid nach Asien fliegen Nein, ich musste nur ein paar Maße angeben und acht Wochen später würde mein Traum in Weiß bei mir eintreffen. Und das alles für einen erschwinglichen Preis, der voll und ganz in unser Budget passen würde. Ich speicherte den Anbieter in meinen Favoriten und beschloss, dennoch noch einmal in einem Fachgeschäft und in einem Second-Hand-Laden Ausschau zu halten. Meine Erfahrungen im Shop für gebrauchte Kleider waren sehr positiv. Fast alle Kleider die mir ansatzweise gefielen, waren recht preiswert und sahen immer neu aus. Aber dennoch war keines dabei, was mich richtig vom „Hocker gerissen hat“.

Für einen Samstagvormittag verabredete ich mich mit zwei Freundinnen und einer Flasche Schampus in einem Brautmodenladen, den ich schon mehrfach empfohlen bekommen hatte. Ich brachte ein paar Bilder von Kleidern mit, die mir gefielen und wollte mich eigentlich nur ein wenig inspirieren lassen. Ich hatte Glück und geriet gleich an eine sehr nette Verkäuferin. Sie suchte mir passend zu meinen Vorstellungen eine kleine Auswahl zusammen und dann ging es zur ersten Anprobe. Als ich mich im Spiegel sah, fühlte ich mich zum ersten Mal wie eine richtige Braut. Ich war den Tränen nahe.

Letztendlich ist es dann das dritte Kleid, das ich anprobierte, auch geworden. Es passte einfach alles, auch, wenn es etwas teurer geworden ist, als geplant. Aber online und weit weg in China hätte man mich sicher nicht so perfekt einkleiden können. Und am Kleid sollte keine Braut sparen.
Sabine H. aus Köln