Strumpfband Tradition

Die Strumpfband Tradition

Dem Strumpfband, welches mittlerweile bei keinem Brautoutfit mehr wegzudenken ist, kam ursprünglich eine rein funktionelle Bedeutung zu. Es diente im eigentlichen Sinne die Strümpfe am Herabrutschen zu hindern, und dieses wirklich schon alte Brauchtum zur Eheschließung, entstand in Großbritannien zu Zeiten Königin Viktorias (1837-1901). Nach Darstellung dieser Regentin musste eine Braut zur Hochzeit „etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues“ tragen. Das Blaue ist in diesem Fall das Strumpfband, denn blau stellt die Farbe der Treue dar und die Bedeutung der Reinheit und Beständigkeit der Gefühle der Eheleute zueinander. Das Strumpfband wird gern als Glücksbringer angesehen und ist außerdem häufiger Bestandteil traditioneller Spiele auf der Hochzeitsfeier.

Strumpfband – Süßes Geheimnis

Dieses kleine – und auch erotische – Accessoire wird unter dem Brautkleid am Oberschenkel der Braut (egal ob links oder rechts) getragen und dient heute als ein Sahnestück der Brautmode. Das Strumpfband bei der Hochzeit ist aus Tüll und Spitze und ein dehnbares Gummiband gibt den nötigen Halt. Häufig sieht man Satinbänder und Schleifen, aber auch Blüten und Strasssteinchen werden zur Verzierung dieses hübschen und attraktiven Teils der Brautmode verwendet.


Taubenweiß

Aufgrund der Strumpfband-Tradition ist die Farbe blau in Kombination mit weiß die bevorzugte Variante, aber mittlerweile werden hier bei uns im Lande auch schon immer öfter schwarz oder rot ausgewählt. Auch andere Farbgebungen sind erhältlich und bieten für jeden Geschmack etwas. Die Braut entscheidet bei ihrem kleinen Geheimnis ganz individuell, womit sie ihren Bräutigam überraschen und erfreuen möchte. Manchmal allerdings ist das Strumpfband auch ein Geschenk der Schwester oder Freundin, die häufig zur Auswahl des Brautoutfits mitgenommen wird.

Traditionsspiele rund ums blaue Band

Strumpfbänder bei der Hochzeit tragen auch gern zur Auflockerung und Erheiterung einer jeden schönen und gelungenen Hochzeitsfeier bei. Dann allerdings bleibt das „süße Geheimnis“ als Überraschung allein für den Bräutigam nur noch „Brauchtum – Geschichte“, denn bei diesen Spielen wird das kleine Accessoire mit Freude zur Schau gestellt.

Das „Strumpfbandwerfen“ ist eine Art „Brautstraußwerfen“ für Männer. Alle Junggesellen scharen sich dabei um den Bräutigam und warten darauf, dass dieser das blaue Band in ihre Menge wirft. Derjenige, der es fängt, wird als nächstes heiraten, so die Auflösung des Spiels. Aus Frankreich kommt die Variante der „Strumpfbandversteigerung“. Diese Strumpfband Tradition trennt die Höchzeitsgäste als Bieter bei der Versteigerung in zwei verschiedene Gruppen. Die Herren veranlassen bei ihrem Gebot, dass der Bräutigam das Hochzeitskleid immer höher nach oben rutschen lässt, bis das letzte Gebot das Strumpfband erreicht und seinem Ersteigerer übergeben wird. Die Damen bieten dagegen, damit der Rock bei jedem ihrer Gebote wieder nach unten befördert werden soll. Dies bietet großes Spaßpotential für die Hochzeitsfeier.

Der Bräutigam kann das Strumpfband bei der Hochzeit auch noch durch eine andere Aktion in Szene setzen: Zur Belustigung der Gäste muss der frisch gebackene Ehemann seiner Braut das Strumpfband ausziehen, aber ohne Benutzung seiner Hände. Lippen und Zähne sind hierbei das Einzige, was zum Einsatz kommen darf. Dieses Spiel hat großes Feierpotenzial zu vorgerückter Stunde.

Die Strumpfband-Tradition ist somit bei so gut wie keiner Hochzeit mehr wegzudenken.