Tanz bei der Hochzeitsfeier

Der Hochzeitstanz

Hochzeit
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Wenn wir an einen Hochzeitstanz denken, haben viele sicherlich eine romantische Szene aus einem Film vor Augen: Ein verliebtes Paar, strahlend vor Glück und umringt von seinen Familien, Freunden und Lieben umarmt sich in einem unvergesslichen Moment. Eine Idealvorstellung, die dann häufig an der Realität zu scheitern droht.Und das nicht nur, weil das Lebens kein Spielfilm ist, sondern auch, weil wir unsere eigenen Vorstellungen an etwas messen, das monatelange Vorarbeit, sehr viel Geld und fast tausend Personen in Produktion und Darstellung umfasst, ganz zu schweigen von den Spezialeffekten. Dabei ist doch die schönste Erwartung vor und während einer Hochzeit, die, sich mit einem geliebten Menschen zu verbinden und ein fröhliches Fest mit den Gästen zu teilen. Einige Paare werden möglichweise angesichts des auf sie zukommenden Tanzens ein wenig nervös sein. Um sich selbst ein bisschen die Angst zu nehmen, kann es durchaus hilfreich sein, eines der zahlreichen Angebote der Tanzschulen anzunehmen. Einen „Crashkurs“ zu besuchen macht durchaus Sinn, allein um festzustellen, dass der Tanz kein unüberwindbares Hindernis darstellt. Und wahrscheinlich fällt einem in dieser Situation auch ein Lied ein, das man bereits mit der Zukünftigen getanzt hat und welches man mit ausreichend gelassener Sicherheit auf der Hochzeit präsentieren kann.

Historie des Hochzeitswalzer

Getanzt wird auf Vermählungen seit jeher und in allen Kulturen der Erde. Es ist Ausdruck von Freude und Glück, die dem neuen Paar mit auf den gemeinsamen Weg gegeben werden sollen. Symbolisiert wird die Übergabe der Braut in eine „neue“ Familie, zu ihrem Bräutigam. In Deutschland und Österreich hat sich traditionell der Walzer als Hochzeitstanz etabliert. Bereits im Mittelalter war der erste Tanz dem Brautpaar vorbehalten und erst nach ihm begaben sich die anderen Gäste auf die Tanzfläche. Aus diesen Bauerntänzen entwickelte sich später der Walzer, der vor der Französischen Revolution 1789 große Bekanntheit erfuhr und den aristokratischen Menuett-Tanz ablöste. Somit stellt der Walzer den ältesten bürgerlichen Gesellschaftstanz in Deutschland und Österreich dar. Womöglich können wir es uns heute nicht mehr vorstellen, aber damals galt er als erotischster Tanz seiner Zeit, das Paar hält während des gesamten Stückes engen Kontakt an der rechten Hüfte des Mannes und die Umarmung ist geschlossen. Dies führte dazu, dass der im preußischen Berlin bis 1918 verboten war. In München hingegen wuchs seine Popularität und er gehörte zum festen Programm der Ballhäuser. Was uns sicherlich am Walzer so fasziniert, sind seine fließenden Drehbewegungen, die herrlich schwingenden Kleider und seine Eleganz. Den Namen erhielt er von dem Wort „walzen“, was sich auf die drehenden und schleifenden Bewegungen der Füße der Tänzer bezieht.

Der Eröffnungstanz für das Hochzeitsfest

Ein klassischer Walzer bringt es oftmals auf eine Länge von über fünf Minuten. Um diese Zeit für das tanzende Paar ein wenig zu verkürzen und auch um die Anwesende, mit in das Geschehen einzubeziehen, ist es ein schöner Brauch wenn man nach ein paar Runden als Bräutigam seine „neue“ Schwiegermutter zum Tanz bittet und die Braut ihrerseits den Schwiegervater. Dieser Reigen kann dann auf die anderen Gäste erweitert werden.

Als kleiner Tipp am Rande sei erwähnt, dass die Braut Tanz am vor Ort der Hochzeit mit ihren ausgewählten Schuhen den des Festes ausprobieren sollte. Denn manchmal sind die hohen Absatzschuhe die passende Ergänzung zum Kleid. Bedenken Sie auch, dass ein sehr langes Kleid eine Herausforderung für den Bräutigam darstellen kann, weil er darauf Acht geben muss, nicht auf den Saum zu treten.

Traditionen anderer Kulturen

Im jüdischen Glauben sind die fröhlichen Kreistänze beliebt, wo sich alle gemeinsam an den Händen halten oder jeweils nach Männern und Frauen getrennt tanzen. Bei muslimischen Festen, tanzen alle ausgelassen miteinander — Jung und Alt. In dagegen den USA ist es üblich, bekannte Lieder zu wählen und zusammen mit den Brautjungfern und den Trauzeugen eine kleine humorvolle Choreografie einzustudieren. Schöne Beispiele für internationale Hochzeitstänze finden sich auf youtube.com und können uns durchaus als Anregung für die Hochzeitsfeier dienen. Eine andere Möglichkeit, die eigene Hochzeit zu bereichern, besteht darin, Tänzer zu engagieren und sich an den Darbietungen zu erfreuen. Zum Beispiel in Argentinien, besonders in Buenos Aires, begeistert oftmals ein professionelles Tangopaar die Hochzeitsgesellschaft mit ihrer Leidenschaft und ihrem Charme.

Wie auch immer Sie sich als Brautpaar entscheiden, ob für einen klassischen Wiener Walzer wie „An der schönen blauen Donau“ von Strauß oder einen modernen wie „I got you Babe“ von Sonny und Cher, oder ob Sie Ihr ganz persönliches Lied wählen, vielleicht dass, welches einzigartige Momente in Erinnerung ruft, bleibt Ihnen überlassen. Dass Wichtigste jedoch ist nicht die Frage, ob man die Tanzschritte beherrscht oder nicht, sondern dass man einen schönen Augenblick in allen Zügen genießt.