Brautmoden für Mittelalter-Hochzeit

Brautmoden für Mittelalter-Hochzeit

Hochzeit
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Nach wie vor übt das Mittelalter auf die Menschen eine große Faszination. Geschichten von Rittern, Abenteurern, Burgen und edlen Damen sind überall beliebt. Einer ganzen Reihe von Menschen genügt es allerdings nicht, nur von den alten ruhmreichen Zeiten zu lesen. Reenactment-Gruppen, sogennanter LARPer (Live Action Role Play) treffen sich teils zu Hunderten um mittelalterliche Schlachten oder einfach nur das mittelalterliche Leben nachzustellen und zu zelebrieren. Auch die Mittelalter-Hochzeit erfreut sich in der jüngsten Vergangenheit steigender Beliebtheit und größerer Nachfrage.

Ablauf einer mittelalterlichen Hochzeit

Im Mittelalter hatte die Kirche großen Einfluss auf das Privatleben der Menschen. So war auch die Ehe eine rein kirchliche Institution. Andere Formen des Zusammenlebens wie etwa die Zivilehe kannte man nicht. Auch konnten Verbindungen, die gegen die kirchlichen Werte verstießen, etwa homosexuelle Partnerschaften oder Sexualität außerhalb der Ehe ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Hochzeitsfeier begann für gewöhnlich vor dem Portal einer Kirche. Hier wurde die eigentliche Trauung vollzogen. Anschließend wurde in der Kirche selbst die heilige Messe gefeiert. Im Anschluss daran wurde dem Stand angemessen gefeiert.

Bei Hochzeiten des Hochadels oder gar einer königlichen Hochzeit war es hierzu üblich durchaus mehrere Hundert Gäste zu bewirten. Ähnlich wie heute wurde getanzt, gesungen und viel getrunken. Dazu führten Gaukler, Minnesänger oder andere Unterhaltungskünstler Musik auf. Insbesondere bei Hochzeiten von hohem Geblüt war es wichtig die Ehe unter Zeugen zu vollziehen. Als geschlossen galt die Ehe erst nach dem Vollzug. Dies bedeutete nicht, dass dem Paar diese Zeugen in der Hochzeitsnacht beiwohnten, sondern nur, dass das Brautpaar von diesen in seine Gemächer geleitet wurde. Danach zogen sie sich wieder diskret zurück.


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Was macht eine mittelalterliche Hochzeit heute aus?

Die passende Kleidung ist das Wichtigste für eine richtige Mittelalter-Hochzeit. Brautmoden für mittelalterliche Hochzeit beinhalteten jedoch nicht zwingend die Farbe Weiß. Vielmehr war es damals üblich, sich bei der Farbwahl für ein Hochzeitskleid an die jeweils neueste Mode anzupassen. Besonders beliebt waren die Farben blau, rot und grün. Später im ausgehenden Mittelalter entwickelte sich schwarz zur Modefarbe. Dazu waren die Kleider oft kostbar verziert, da sie natürlich auch den gesellschaftlichen Stand des Brautvaters repräsentierten.

Es war für gewöhnlich bodenlang und mit einer weiten Schleppe versehen. Verzierungen bestanden zumeist aus Spitzen, teilweise auch aus Silber- oder Goldbrokat. Dazu kamen bunte Bänder und Perlen. Das weiße Hochzeitskleid als Zeichen für Reinheit und Keuschheit hingegen setzte sich erst wesentlich später ab dem 18. Jahrhundert durch.

Auch die Kleidung des Bräutigams war farbenfroh gestaltet. Im Frühen und Hochmittelalter war dies meist eine Tunika. In späteren Jahrhunderten hingegen wurde die Kleidung zunehmend enger. Im Spätmittelalter setzte sich mit der Schecke ein hoher körperbetonter Rock durch, so eng anliegend war, dass er den Träger geradezu einschnürte. Im Wesentlichen galt je enger die Kleidung war, um so höher das Ansehen ihres Trägers.