Brautmode und Kunst

Brautmode beherrscht die Kunst, sich immer wieder neu zu erfinden Selbst dann, wenn die »Zutaten« für sie schon altbekannte sind. Wir haben zwei Trend-Details zur neuen Saison unter die Lupe genommen: stilvolle Drapés und edle Schleppen.

Es gibt wohl einen Grund, warum Brautmoden-Designer es heiß und innig lieben, immer wieder Modelle mit aufwändigen Drapierungen, extravaganten Raffungen und raffinierten Drapés zu kreieren. Das Geheimnis liegt ganz einfach in den Stoffen. Nirgendwo sonst in der Mode sind sie so luxuriös, so üppig, so anziehend, dass man gar nicht anders kann, als in sie zu greifen, sie zu tuffen, zu streicheln, in Position zu bringen. Hochzeitskleider haben den Vorteil, dass es bei ihnen auch wirklich was zu drapieren gibt. Während früher in erster Linie die Rockpartien dazu prädestiniert waren, fangen die Kreativen mittlerweile ganz von oben zu schoppen und zu raffen an: Fein in Fältchen gelegte Oberteile gehören fix zum Trendbild. Von akkurat in Querreihen drapierten Modellen bis hin zu sich kunstvoll überkreuzenden und überlappenden Faltenlegungen ist alles vertreten. Zu einer Taillenseite hin gefasst oder kunstvoll über die Hüfte geformt, unterstützen Drapés zudem die weiche Form der Weiblichkeit. Nichtsdestotrotz bleibt der Rockpart LieblingsTuff-Werkzeug der Designer. Und zwar ganz einfach deshalb, weil er sich mit wattewölkchengleichen Drapierungen gleich noch ein bisschen üppiger und festlicher gestalten lässt.

Es geht auch ohne – aber mit ist einfach schöner: Brautkleider lieben Schleppen! Und Bräute lieben Kleider damit. Schließlich bietet sich nicht allzu oft die Gelegenheit, einen solchen Look zu tragen.

 

Brautmoden KunstNichts macht ein Kleid festlicher als gekonnt geführte Raffungen. Besonders der zu einer Hüftseite schräg nach oben drapierte, cremegoldene Stoff des Überrocks wird hier zum extravaganten Hingucker.

Wenn schon lang, dann eben richtig, scheint das Motto von Designern und Heiratswilligen zu sein. Und so hat sich die Schleppe auch im Trendausblick einen festen Platz erobert. Man kann es ja verstehen: Die Bewegung wird automatisch eleganter, der Gang noch aufrechter und huldvoller, wenn sich da meterlanger, weicher Stoff über den Boden schmeichelt und Bräuten Schritt auf Tritt mit einem sanften Rascheln folgt. Ein betörendes Knistern lässt jeden den Atem anhalten und Frauen in einem Licht erstrahlen, das ihnen am Hochzeitstag gebührt: in einer Aura voller Schönheit, Anmut und Stolz. Schleppen verstehen sich auf dieses Handwerk. Und so fließen sie auch in den neuen Kollektionen ohne Unterlass. Mal ganz selbstverständlich in natürlicher Verlängerung des Rockparts, mal in aufwändig betonter Form. Beispielsweise eingefügt in einen hohen Schlitz im Rock, der in der Vorderansicht schlicht und schmal ist, im Rücken aber doch mit spektakulärem Schleppendesign dient. Manchmal ist die eingesetzte Schleppe dann aus einem anderen Stoff, was den Look noch spannender macht. Absolut im Trend liegen auch extra angefügte Schleppen. Viele Modelle bieten sie auch in abnehmbarer Variante, die oberhalb des Pos einfach angeknöpft oder mit einem Zipper befestigt wird. Der Vorteil: Man genießt den Schleppenzauber bei den »offiziellen« Auftritten wie Empfang, Fototermin und natürlich in der Kirche und entledigt sich des Stoffvolumens, wenn mehr Bewegungsfreiheit gefordert ist – beim Tanzen beispielsweise. So oder so bringt die Schleppe festlichen Märchenzauber ins Spiel. Und wer sich mit ihr nicht in aller Üppigkeit schmücken möchte, der kann mit einer kleinen Minischleppe auf jeden Fall für Eleganz sorgen.