Baumwolle als Material für das Brautkleid

Baumwolle bezeichnet sowohl eine Pflanze aus der Familie der Malvengewächse sowie die daraus gewonnene Naturfaser, die aus Lint, also den langen Samenhaaren gesponnen werden.Aus diesen dünnen Baumwollfäden wird ein festes Gewebe gefertigt, das wegen seiner vielen positiven Eigenschaften gern in der Bekleidungsindustrie, aber auch im Bereich Heimtextilien verwendet wird.
Baumwolle gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und es finden sich schon 6000 vor Christus Belege dafür, dass aus der Pflanze Textilgewebe hergestellt wurde.

Das Gewebe Baumwolle
Die Naturfaser Baumwolle wird für die Textilindustrie ausschließlich von Kulturbaumwollarten gewonnen, die eine längere Stapellänge, also eine längere Faserlänge, als die Wildarten aufweisen.
Die Qualität des Gewebes hängt von dem Rohstoff und dessen Gewinnung ab. Baumwolle kann von Hand gepflückt und gilt dann als hochwertiger, da maschinell geerntete Baumwolle Unreinheiten und einen hohen Anteil beschädigter Fasern aufweisen kann. Nach der Ernte wird die Rohbaumwolle, die von grau-weißer Farbe ist, in Spinnereien gebracht und dort je nach Stapellänge und Qualität zu unterschiedlich feinem Baumwollgarn gesponnen. Anschließend wird das Garn gewirkt und gestrickt, um den Baumwollstoff zu erhalten. Dieser kann durch eine Weiterverarbeitung noch veredelt und gefärbt werden.
Baumwollstoffe sind antistatisch, strapazierfähig, und haben ein sehr niedriges Allergiepotential. Der Tragekomfort ist durch die weiche, feine Oberfläche und deren Temperatur ausgleichende Wirkung sehr hoch.

BaumwolleBaumwolle als Material für das Brautkleid
Obwohl Baumwolle in der Textilindustrie zur am häufigsten verwendeten Naturfaser gehört, ist sie in der Brautmodengestaltung nicht sehr präsent. Mit Baumwollstoff wird eher legere Freizeitbekleidung als Festmode in Verbindung gebracht.
Dabei kann das Gewebe durch vielfältige Arbeitsschritte dahin gehend veredelt werden, dass es eine seidenähnliche Oberflächenstruktur bekommt, ohne ihre positiven Eigenschaften zu verlieren.Dadurch steht es den kostspieligeren Stoffen bezüglich der festlichen Optik in nichts nach.
Ein weiterer Pluspunkt, den auch immer mehr Brautmodendesigner entdecken, ist die Nachhaltigkeit. Dass dafür nicht auf Stil und Eleganz verzichtet werden muss, beweist das vielseitige Material durch seine Variabilität und die Möglichkeit, es denkbar einfach mit anderen Stoffen, Spitzen und Stickereien zu kombinieren.
Der atmungsaktive Stoff, der je nach Herstellungsprozess wärmend oder kühlend auf der Haut wirkt, ist somit sowohl für Sommer- wie Winterhochzeiten geeignet und eher unempfindlich. Ein Brautkleid aus Baumwolle bietet also die Möglichkeit für einen unkomplizierten Look, der viel Bewegungsfreiheit bietet und zu einer lebhaften und natürlichen Braut passt. Außerdem erlaubt das im Vergleich zu Taft oder Chiffon eher dezentere Material das Tragen ausgefallener Accessoires und rückt vor allem die strahlende Braut selbst in den Mittelpunkt.